Für ein schöneres Neu-Isenburg – Teil 2

Wie am letzten Freitag (20.02.2026) über Facebook und unseren/ diesen Blog angekündigt, nun Teil 2 zur Frage, wie ich mir ein schöneres Neu-Isenburg vorstelle. Diesmal widme ich mich dem Thema Verkehrs- und Stadtplanung.

Es gibt vor Ort umgesetzte Verkehrsprojekte, bei denen der Spruch „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“ sprichwörtlich erfahrbar ist. So zum Beispiel entlang der von Nord (Friedensallee) nach Süd (Carl-Ulrich-Straße) verlaufenden Fahrradstraße. Befährt man diese auf der Ludwigstraße gen Süden, trifft man auf die Fußgängerzone der Bahnhofstraße, was an Markttagen bedeutet, dass man absteigen und sein Rad schieben darf. Nach einem kleinen Spaziergang über die Fußgängerzone heißt es wieder aufsitzen, und weiter geht es auf der Luisenstraße. Leider auch hier wieder nicht allzu lange, denn schon gilt es, an der Friedrichstraße die Vorfahrt zu beachten. Nach hoffentlich unfallfreier Querung wiederholt sich die Beachtung der Vorfahrt wenige Meter später erneut an der Gartenstraße, auch diese erfahrungsgemäß viel befahren. Kurz vor Erreichen der Carl-Ulrich-Straße kann man – mit etwas Geschick – den bereits am Hinterrad lauernden Autofahrern durch einen Linksschwenk in die leider optisch eher unattraktive Grünanlage entkommen. Was für ein irrer Weg …

Dabei könnte das Fahrerlebnis ganz anders verlaufen. Möglichkeiten hätte es gegeben, ganz konkret eine Parallelstraße weiter – mit der Waldstraße. Warum wurde nicht diese zur Fahrradstraße ausgebaut? Im Unterschied zur jetzigen Route wäre hier ein Weg ohne Unterbrechung durch die Fußgängerzone möglich – das schont die Nerven von Radfahrern und Fußgängern. Zusätzlich bietet die beampelte Kreuzung Waldstraße/Friedrichstraße eine klarere und sicherere Verkehrsführung als die derzeitige Kreuzung an der Luisenstraße ohne Ampel. Kleine Anekdote am Rande: Der ADFC hatte sich ebenfalls für einen Verlauf über die Waldstraße ausgesprochen – nur hinhören wollte man im Rathaus nicht. Nun haben wir das Stückwerk. Schön geht anders.

Ich meine, man kann und muss Projekte für Neu-Isenburg und für die Neu-Isenburger besser machen. Lasst mich drei (weitere) Ideen mit euch teilen.

Erste Idee:
Frankfurter Straße neu denken

Zum Status quo hatte ich ja unlängst berichtet. So soll es nicht weitergehen, und deshalb ist es Zeit für radikalere Ansätze. Um in der Frankfurter Straße Lebensqualität entstehen zu lassen – ihr wisst schon, jene mit Cafés und vielen Möglichkeiten, draußen zu sitzen, netten grünen Ecken mit Bänken (inklusive Ladestation für Handys), um ein Buch zu lesen, während die Füße und das Handy Pause haben und aufladen usw. – könnte man diese zur verkehrsberuhigten Zone umwandeln.

Die Idee: Der Bereich zwischen der Friedrichstraße und der Carl-Ulrich-Straße wird zur Fußgängerzone und schafft so mehr Raum für echte öffentliche Gestaltung. Dieser Teil der Frankfurter Straße wird derzeit ohnehin nur für Durchgangsverkehr genutzt; dieser würde dann über die Hugenottenallee geleitet. Ein weiterer, noch weitreichenderer Ansatz wäre, zusätzlich die Frankfurter Straße zwischen Friedrichstraße und Offenbacher Straße zur Einbahnstraße zu erklären. Dies schafft noch mehr Fußgängerzonenflair und würde die bei Google Maps angedeutete Fußgängerzone (gelber Hintergrund) von der Carl-Ulrich-Straße bis zum Alten Ort Realität werden lassen.

Stellen Sie sich vor: Sie schlendern mit Ihren Lieben vom Alten Ort in Richtung Hugenottenhalle und nehmen bewusst den Weg über die Frankfurter Straße, um sich dort ein Eis beim Italiener zu holen und dieses auf einer Bank in der (echten) Fußgängerzone zu genießen – mit Blick auf den „Dritten Ort“, die neue HuHa als Kultur- und Bildungszentrum. Es versteht sich von selbst, dass diese Idylle nicht durch eine (verlängerte) Straßenbahnführung der Linie 17 gestört wird; deren Ende soll dort bleiben, wo es heute bereits ist.

Zweite Idee:
Next Level – Ab in den Untergrund

Jetzt wird es richtig spannend: Wir bauen einen Tunnel für die Endhaltestelle der RTW unter der Kreuzung Frankfurter Straße/Carl-Ulrich-Straße und nehmen die Autos gleich mit. Was entsteht? Eine weitere freie Fläche mitten im Stadtzentrum für Fußgänger, Märkte, Wasserspiele und Parkanlagen. Das Grün der Bäume auf dem neuen Platz im Zentrum lässt uns den Schmerz vergessen, der durch die Rodung der Bäume auf der Carl-Ulrich-Straße für die RTW entstanden ist … und das Beobachten der Kinder, die durch die neu entstandenen Wasserspiele wetzen, zaubert uns ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen.

Wenn der Tunnel an der Hugenottenallee beginnt und auf Höhe der Herzogstraße endet, verbinden wir das Zentrum der Stadt mit der neuen Markthalle im Stadtquartier Süd, und der heutige Schandfleck zwischen Carl-Ulrich-Straße und der „Neuen Welt“ wird zum kulinarischen Mekka der Neu-Isenburger und ihrer Gäste.

Dritte Idee:
Deine Stimme verändert die Stadt

Geht am 15. März wählen und habt den Mut für neue Ideen – für eine (noch) schönere Stadt.

28.02.2026

Ulf Kasimir

Allgemein

1 Kommentar

  1. Warum ich die Frankfurter Straße meiden. Es gibt kaum eine Möglichkeit, die Frankfurter Straße blind und sicher zu queren. Die Ampeln, die angeblich für blinde gemacht sind, sind nicht auffindbar.

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